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Der weise Schwan.

Ein armer Förster lebte einst mit seiner Frau und drei Söhnen in einem kleinen Forsthaus. Das Forsthaus und der Wald gehörten einem reichen geizigen und hartherzigen König.

Eines Tages geschah es, dass ein Wildschwein aus dem Wald ausbrach und im Garten des Königs sein Unwesen trieb.

Der König rief sofort seine Diener und machte sich mit ihnen zusammen auf den Weg in den Wald, um den Förster zur Rechenschaft zu ziehen. Er machte ihm schwere Vorwürfe und wollte sich eine Strafe überlegen.

„Ich, der König dieses Reiches, verfüge, dass Eure drei Söhne für die Unzuverlässigkeit ihres Vaters die Schuld abtragen sollen. Sie werden noch heute ihre Heimat verlassen und in die Welt hinausziehen und mir drei Dinge bringen:

  1. die Blume des ewigen Lebens
  2. die Klugheit der ganzen Welt
  3. den größten Edelstein dieser Erde

Eure Söhne haben dazu genau ein Jahr Zeit. Sollten sie mir bis dahin die gewünschten Schätze nicht gebracht haben, so sollen ihre Mutter und ihr Vater sterben!“

Nach diesen Worten herrschte lange tiefes Schweigen. Die Söhne des Försters schauten sich an, dann sagten sie: „Lieber Vater, liebe Mutter. Es ist des Königs Wille. Wir werden hinaus in die Welt ziehen und dem König bringen, was er von uns verlangt.“

Am nächsten Morgen machten sie sich auf den Weg. Kurze Zeit später setzten sie sich auf einen Brunnenrand und überlegten, wie sie es am besten anstellen sollten, die Blume des Lebens, die Klugheit der ganzen Welt und den größten Edelstein der Erde zu finden.

„Vielleicht sollten wir der Reihe nach vorgehen“, schlug der Jüngste vor, „sonst verzetteln wir uns zu leicht.“ – „Das ist eine gute Idee“, nickten die anderen beiden, „aber wo könnte die Blume des Lebens wohl wachsen? Und woran erkennen wir sie und nehmen nicht etwa die falsche Blume mit?“ Da war guter Rat teuer. Daran hatten sie noch gar nicht gedacht. Als sie so da saßen und grübelten, hörten sie hinter sich ein lautes Blubbern. Es kam aus dem Brunnen! Erschrocken sprangen die drei Brüder auf und schauten vorsichtig in den Brunnen hinab, konnten aber nichts erkennen. „Hallo?“ Fragte der Älteste. “Ist dort jemand?“ – „Bl-blöde Frage!“ Blubberte es, „kennt ihr mich denn nicht, glucks!“ Blubberte es wieder und weißer Schaum bildete sich an der Wasseroberfläche. Dann sahen sie es! Ein großer Hecht tauchte auf. „Was schaut ihr denn so bl-blöd?!“ Gluckste er wieder. „Noch nie einen Hecht gesehen?“ Die Brüder staunten, ein Hecht, der ihre Sprache sprach!

Der älteste fasste sich zuerst. „Doch, doch“, antwortete er, „wir wussten nur nicht, dass Hechte auch sprechen können wie wir.“ Der Hecht schwamm einen Kreis. „Können wir auch normalerweise nicht“, meinte er, „aber bei euch mache ich mal eine Ausnahme. Ich weiß nämlich, was ihr vorhabt und will euch helfen.“

Die drei seufzten. „Dann weißt du ja auch, dass wir keine leichte Aufgabe zu erfüllen haben. Sag, wo finden wir die Blume des ewigen Lebens?“ Der Hecht blies eine Wasserfontäne in die Höhe. „Na, nun mal nicht so eilig“, blubberte er, „sooo schnell bin ich nun auch wieder nicht, doch hört mir jetzt genau zu: Sucht nach der Königin der Nacht. Auf ihrem Stachelhaupt werdet ihr die Blume des ewigen Lebens finden. Aber sie blüht nur bei Vollmond und auch nur für 5 Minuten.  Doch hütet euch vor ihren Stacheln! Wenn ihr euch daran verletzt, so werdet ihr zu Wüstensand und seid für immer verloren!“ Nach diesen Worten tauchte der Fisch unter und war verschwunden. „Halt, halt“, riefen die Brüder, „wo finden wir denn die Königin der Nacht?“

„In der Felsspalte am Fuße des höchsten Berges im Land der aufgehenden Sonne!“ Kam von ganz tief unten ein leises Blubbern, dann war alles still.

„Im Land der aufgehenden Sonne???“ Sprach der älteste der Brüder. „Aber das ist doch der Orient!“ Sagte der Jüngste. „Oh je“, meinte nun auch der Dritte. „Wie sollen wir denn dort hin kommen?!“ – „Wir bitten den Hecht noch einmal um seine Hilfe. Sicher wird er nicht böse sein, wenn wir ihn noch einmal rufen!“ Meinte der Jüngste. So geschah es. Sie gingen noch einmal zum Brunnen zurück und riefen hinunter.

Es dauerte eine ganze Weile, dann stiegen ein paar Luftblasen aus dem Brunnen empor. Kurz darauf tauchte der Hecht auf. „Was wollt ihr denn noch von mir?“ Fragte er unwirsch und blubberte. „Bitte, sei nicht böse, lieber Hecht“, baten die Jungen, „aber wir brauchen noch ein einziges Mal deine Hilfe. Sag, wie kommen wir denn in das Land der aufgehenden Sonne?“ Der Hecht machte große Augen. „Dafür bin ich nicht zuständig!“ Gluckste er. „Da müsst ihr Elu, den weisen Schwan fragen. Er lebt auf dem blauen See im Reich des Fürsten Artur. Geht zu ihm und fragt ihn. Blubb.“

Kaum hatte der Hecht ausgesprochen, so war er auch schon in der Tiefe des Brunnens verschwunden. Die Jungen kannten das Reich des Fürsten, denn es lag direkt hinter dem ihres Königs.

So machten sie sich auf den Weg ins benachbarte Königreich, um den weisen Schwan Elu zu suchen. Nach 3 ½  Tagen hatten sie das Reich König Artus’ endlich erreicht. „Nun müssen wir nur noch den weisen Schwan finden,“ meinte der Älteste. „Vielleicht sollten wir jemanden fragen, denn sonst dauert es sicher ewig, bis wir ihn gefunden haben.“ Meinten die beiden anderen.

So gingen sie weiter und schauten sich nach allen Seiten um, ob sie jemanden sahen, der ihnen weiter helfen konnte.  Sie kamen an einem Maisfeld vorüber, auf dem viele Frauen bei der Ernte waren. „Entschuldigung! Kann uns einer von euch sagen, wo wir den weisen Schwan Elu finden?“ Die Frauen ließen sich jedoch nicht bei ihrer Arbeit stören. Die drei gingen auf eine Frau zu, die etwas abseits von den anderen arbeitete. „Entschuldige“, sprach der Älteste sie an, „wo finden wir den Schwan Elu?“ Die Frau reckte sich aus ihrer gebückten Haltung empor. „Was wollt ihr denn von Elu?“ Wollte sie wissen und schaute die drei Jungen misstrauisch an. „Wir brauchen seine Hilfe. Vielleicht kann er uns sagen, wie wir zum Orient kommen.“  Die Frau zog erstaunt ihre Augenbrauen in die Höhe. „Was wollt ihr drei Knaben denn im Orient?!“  Die Jungen wurden etwas verlegen. „Darüber können wir nicht reden. Ach, bitte, sag uns doch, wo wir Elu finden.“ – „Ich verstehe zwar eure Geheimniskrämerei nicht so ganz aber ihr werdet sicher eure Gründe dafür haben. Wie Halunken seht ihr mir auch nicht aus. Also will ich euch helfen. Geht links um dieses Feld herum, dort werdet ihr hinter dichten Bäumen versteckt einen kleinen grünen Teich finden. Dort lebt Elu.“ Die drei Brüder dankten der Frau und  gingen dem beschriebenen Weg nach.

Bald sahen sie auch schon die Bäume und gingen schneller. Dann hatten sie auch den kleinen Teich erreicht aber von einem Schwan war weit und breit nichts zu sehen.  „Weiser Schwan Elu, bist du hier? Wir kommen von weit her und brauchen deine Hilfe!“ Zuerst geschah nichts. Doch dann hörten sie ein Geräusch aus dem Schilf rechts von ihnen. Ein stolzer Schwan kam auf sie zu geschwommen.

„Was wollt ihr denn von mir?“ Fragte er die drei Knaben.

© B.S.

 

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Stopp, lieber Wanderer!

Mehr von der Geschichte erfährst Du von mir nicht,
denn nun bist Du selbst gefragt, mir zu erzählen,
was Dich auf die Insel der Weisheit geführt hat.

Wonach suchst DU?

 

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Wissen

ist erst der Anfang
doch Glaube führt dich zu deinem Ziel
denn er ist in dir.

© B.S.

 

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